
Im beschaulichen Ort Muri wird von einer Gruppe Einfamilienhausbesitzer eine ganz besondere Energiequelle genutzt: Abwasser.

32 Wohneinheiten werden zentral beheizt. Dadurch gewinnen die
Eigentümer viel Nutzfläche, die sonst durch eine konventionelle Heizungslösung verloren gegangen wäre.

„Ein bedeutender Vorteil ist sicherlich der gewonnene Platz. Sie brauchen weder Heizungsanlage noch Schornstein und haben so effektiv mehr Platz zum Wohnen.“
Ewald Businger, EFA Energie Freiamt AG
Durch den Umkehrbetrieb der Anlagen können die Wohnung im Sommer auch gekühlt werden. Das Resultat: erhöhter Komfort.

Für den Außenstehenden hat diese bunte Ansammlung von Einfamilienhäusern nichts Besonderes. Doch wer ein wenig recherchiert, erfährt bald, dass die stolzen 32 Besitzer der Einfamilienhäuser eine ganz besondere Energiequelle nutzen: Abwasser. Möglich wird dies durch das wenige hundert Meter weit entfernt liegende Klärwerk. Abwasser als Ressource einzusetzen, diese Idee entstand in der Schweiz bereits vor über 15 Jahren. Es verfügt über ein hohes Energiepotenzial und lässt sich verhältnismäßig einfach und umweltfreundlich nutzen. Angesichts der aktuellen Klimadiskussion eine Technik, die aktueller ist denn je.
Nur so viele Wärmepumpen, wie gerade benötigt, sind in Betrieb.
In Muri entstand mit staatlicher Förderung eine der ersten Wärmepumpenanlagen für diese Form der Energienutzung. In Kaskadenschaltung wird hier aus dem gereinigten Abwasser der Kläranlage Heizenergie gewonnen. Ein Plattenwärmetauscher entzieht die Wärme und führt sie über einen geschlossenen Kreislauf den Wärmepumpen zu. Je nach Außentemperatur wird dort das Wasser auf 30 bis 45 °C erhitzt. Pufferspeicher halten es so lange auf Temperatur, bis es in isolierten Leitungen direkt in die Gebäude strömt.
Die hocheffizienten Wärmepumpen WPW M können zur Wärmeerzeugung Wasser aus tiefen Erdschichten ebenso nutzen wie die in diesem Objekt realisierte Lösung der Wärmenutzung aus gereinigtem Abwasser.
"Wir haben ausgezeichnete Erfahrungen gemacht." Ewald Businger, EFA Energie Freiamt AG
Durch den kombinierten Einsatz im Set lassen sich Energiemengen bis zu 140 kW Heizleistung erzeugen. Die integrierte Steuerung der einzelnen Module wird so abgestimmt, dass sich die Geräte zusammen wie ein einziges Heizgerät verhalten.
Jedes Jahr werden
in Deutschland 60.000
Wärmepumpen installiert.
